Eva Lorenz

Umwelt­station.

Wilde Ecke – es lebe die Unordnung.

Schmuddelecke(n) erwünscht!

Im Garten auch einfach mal nichts tun, Unordnung zulassen. Das ist entspannend – und sinnvoll: denn hier können spontan auftre­tende Wildpflanzen ungestört wachsen, blühen, fruchten – und Klein­säuger knabbern im Schutz des Wildwuchses Regen­würmer und Samen. Herrlich!

Arten­vielfalt durch Struk­tur­vielfalt.

Natur­be­lassene Ecken im Garten, in denen natür­liche dynamische Prozesse weitgehend ungestört ablaufen, bieten unter­schied­liche Habitate und Klein­struk­turen – für verschiedene Pflanzen, Insekten, Vögel und andere Tiere. Wilde Ecken bringen Vielfalt und saisonale Überra­schungen in den Garten ‑und fördern so die natür­liche Schönheit Ihres Gartens.

Platz ist in der kleinsten Ecke.

Ihre Naturecke kann auch erstmal klein sein. Fangen Sie irgendwo mit der Unordnung an, zum Beispiel indem Sie die abgestor­benen Stängel Ihrer Stauden über den Winter stehen und Laub liegen lassen. Trauen Sie sich, auch Disteln blühen zu lassen, zum Beispiel für den Distel­falter.

In diesem Sinne können Sie Folgendes tun – oder lassen:

Wildwuchs.

Spontan­ve­ge­tation zulassen, auch Brenn­nesseln, Disteln, Löwenzahn. Allein an Löwenzahn sind über 70 Wildbie­nen­arten gebunden! Heimische Gebüsche und Sträucher aufkommen lassen: Nistplatz, Rückzugsraum und Nahrungs­grundlage für Vögel und Klein­säuger.

Natür­liche Stoff­kreis­läufe.

Falllaub liegen lassen: Schutz und Nahrung für Boden­le­be­wesen, Schutz vor Austrocknung des Bodens. Nicht zusätzlich düngen.

Gehölz­schnitt von Bäumen und Sträu­chern nutzen.

Totholz: Lebensraum für Pilze, Insekten, Käfer; Haufen aus Ästen und Zweigen: Nistplatz, zum Beispiel für den Zaunkönig, Versteck für Amphibien und Reptilien, im Herbst kombi­niert mit Laub: Winter­un­ter­schlupf für Igel.

Bauma­terial über? Nicht alles wegräumen!

Sand liegen lassen: Bauma­terial für Scheren­bienen, unter Umständen sogar Nistplatz für Sand- oder Seiden­bienen; Lehmkuhlen mit Wasser: liefern Nistma­terial für Schwalben; Steine zu Haufen oder Mauern aufschichten: Versteck für überwin­ternde Schmet­ter­linge, Sonnen­platz für Eidechsen, Pflan­zen­standort, zum Beispiel für Mauer­pfeffer-Arten (Gattung: Sedum).

Mähgeräte aus!

Nicht oder nur spora­disch mähen.

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